Tütenstuhl Serie K

Autor: Bianca KILLMANN Posted in Möbel

Jahr: 1958/60

Mit dem Begriff Serie K – K für Kraemmerhusstole – meinte Verner PANTON mehrere verschiedene Sitzmöbel, teilweise mit dazu passenden (Bar)Hockern und Tischen, die mehr oder weniger alle auf derselben Konstruktion basierten. Bei dem so genannten TÜTENSTUHL stand eine kegelförmige Metallschale mit der Spitze auf einem Metallfuß. Letzterer erlangte seine Stabilität durch eine Kreuzkonstruktion und blieb bei aller Standfestigkeit auf diese Weise gleichzeitig filigran. Die Tische dagegen standen nicht auf einem Andreas- bzw. Schrägkreuz (vier Arme) wie die Stühle und Hocker, sondern auf einem Gabelkreuz (drei Arme). Mit dieser Art der Gestaltung spielte Verner PANTON mit Formen und Materialien. Gleichzeitig stellt er auch deren Physik auf den Kopf.  Ein Kegel, der mit seiner Spitze auf einer ebenen Fläche balanciert und trotzdem so stabil ist, das Gewicht eines Menschen sicher zu tragen – das war Ende der 50er-Jahre / Anfang der 60er-Jahre völlig neu, fast schon vermessen und in jedem Fall provokant. So erregte der Cone Chair K1 und Cone Table, die Verner PANTON für das Gasthaus Kom-Igen gestaltet hatte, großes Aufsehen. Zunächst stellte die dänische Firma Plus-linje den Cone Chair K1 (Cone Chair), Cone Chair K2 (Wire Cone Chair), Cone Chair K3 (Heart Cone Chair) und Cone Chair K4 und – nicht zu vergessen – den Cone Table her. Diese Produktionsreihe war mit runden, später rechteckigen Gleitern in weiß ausgestattet.  Ab 1967 erwarben die Gebrüder Nehl die Produktionslizenzen und stellten auf schwarze Gleiter um. Inzwischen wird die SERIE K, bis auf den Cone Chair K4, unter den in Klammern stehenden Namen von Vitra gefertigt. Alle sind mit einem Schrägkreuz ausgestattet und stehen wieder auf weißen Gleitern.

Material: Metall, Schaumgummi, Wolle in verschiedenen Farben
Hersteller: Plus-linje, Dänemark (bis 1966), Gebrüder Nehl, Deutschland (ab 1967), VITRA (bis heute)