Pantonworld

Autor: Bianca KILLMANN Posted in Spezial

Pantonworld in Schweden von dem Panton Sammler Niklas Maupoix. Zu Besuch bei einem Panton Sammler. Lippen von Marianne Panton.

Niklas Maupoix ist ein echter Fan von Verner Pantons Ideen und Raumgestaltung. Der Schwede aus Göteborg hat sein ganzes Haus im Verner Panton-Stil eingerichtet. Wir konnten Blick hinter die Kulissen und direkt hinein in seine PANTON Welt werfen.

 

Schön, Sie zu treffen, Niklas. Könnten Sie bitte erzählen, wie Ihre Leidenschaft für den dänischen Designer Verner Panton begann?

NM: Mein Interesse für Panton begann ungefähr im Jahre 2005. Damals habe ich ein paar coole Einrichtungsstücke aus den 70er Jahren auf dem Online-Marktplatz eBay entdeckt. Ich bin ein begeisterter Design-AnhÀnger im Allgemeinen, aber nach einer Weile kristallisierte sich eine Vorliebe für Panton Stücke heraus. Also hielt ich nur noch nach seinen Objekten Ausschau.

 

Design-Originale aus der Panton-Ära gibt es nicht an jeder Ecke, oder?

NM: Nein, es braucht viel Zeit, permanent nach Objekten auf der ganzen Welt suchen. Haha. Für mich ist es das absolut wert … und zum Glück habe ich eine extrem verständnisvolle Freundin.

 

Haben Sie Verner Panton jemals persönlich getroffen?

NM: Leider verstarb Verner im Jahr 1998. Deshalb hatte ich nicht die Möglichkeit, ihn persönlich zu treffen. Ich hatte Kontakt zu seiner Tochter Carin Panton, seiner Frau Marianne Panton und Rina Troxler, die seit langem für die Familie Panton arbeitet. Sie haben mir mit Infos zu seinen Stücken geholfen. Ich hoffe, sie bald einmal kennen zu lernen. Sie waren sehr nett zu mir!

 

Haben Sie eine Spezialität beim Sammeln?

NM: Ich suche original Vintage-Stücke. Besonders aus den 70ern. Zum Beispiel Objekte von der Visiona 2 in Köln und dem Varna Palais in Dänemark. Panton war sehr genau bei den Details. Die Wahl der Farben waren absolut exakt. Die Objekte sollten genau die ‘richtigen’ Farbtöne haben. Zum Beispiel gestaltete er Bereiche, in ein und demselben Ton. Es konnte ein kühler Ort mit bläulichen Farben oder einen warmer Raum mit Rottönen sein. Er hat stets darauf geachtet, dass sich diese Töne in ein und derselben Leuchte, Möbelstück, etc. widerspiegeln. Verner Panton hat nahezu alles entworfen: Leuchten, Stoffe, Möbel, Teppiche, Gebäude und ganze Umgebungen. Er war wirklich talentiert!

 

Wie sieht Ihre eigene Panton Welt aus?

NM: Im Moment habe ich über 150 verschiedene Stoffe von Panton. Stoff ist ein perfekter Gegenstand zum Sammeln. Fast jeder ist anders. Panton entwarf viele verschiedene Motive. Alle von ihnen sind in einem zeitaufwändigen Prozess von Hand gedruckt worden. Viele der Stoffe sind in einer methodischen Abfolge gestaltet: 8 Kreise, 8 Quadrate, 8 Wellen, 8 Kurven und so weiter. Einige wurden in ‘vielfarbig’, also acht Farben hergestellt: orange, rot, kamin, aubergine, violett, blau und türkis. Andere Stoffe wurden in einer dieser acht ‘Panton Farben’ gemacht, aber dann in 8 verschiedenen Nuancen.

 

Das ist eine Menge. Wie werden die Stücke in Ihrem Haus platziert?

NM: Für mich ist es sehr wichtig, dass ich die Objekte verwende und nicht nur irgendwo aufhebe. Wie Verner Panton versuche ich, verschiedene Umgebungen zu gestalten. Da wir in einem Haus wohnen, habe ich verschiedene Räume, die den Farben Pantons folgen, kreiert.

 

Wie dürfen wir uns das vorstellen?

NM: Die Wände und Decken orientieren sich an einigen der speziellen Farben, die Panton zusammen mit Mira-X entwickelte, (wo Verner Panton in den 70er Jahren Chef-Designer war): rot, violett, aubergine, braun, weiß und gelb. Außerdem haben wir einige andere Räume in den Nicht-Panton-Farben rosa und hellgrün gestrichen. Im letzten Jahr habe ich eine Menge Wände und Decken bemalt … Wir haben starke oder dunkle Farben Pantons auf dieser Seite des Hauses, die tagsüber im Schatten liegt. Wenn diese Räume weiß wären, würden sie bläulich erscheinen. So ist es perfekt, diese Art von Farbe hier stärker zu nutzen. Sie sind perfekte Räume für den Abend mit all’ den Lampen und Reflexionen an der Wand. Wir haben auch zwei Zimmer nebeneinander in Panton-Braun und Panton-Weiß (eher Beige). Dort befinden sich seine Fun-Leuchten mit Muscheln und einige der braunen Stoffen.

 

Kling, als seien Sie ganz in die Farbenlehre von Verner Panton eingetaucht.

NM: Richtig. Panton nutzte oft die gleichen Farbe in einem Raum für Möbel, Wand und Decke. Für ihn war weiß keine Farbe. Wir haben hellere Farben auf der Sonnenseite des Hauses. Das Untergeschoss, das rote Zimmer und das violette Zimmer, haben alle künstliches Licht. Ich versuche, die gleichen Farben an den Wänden und der Decke anzuwenden – zuweilen auch auf dem Boden. Außerdem achte ich darauf, die Möbel diesem Ton anzupassen. So, wie Verner Panton es getan hätte. Ich gebe mein Bestes.

 

Und Ihre Partnerin? Was sagt sie dazu?

NM: Meine Freundin liebt Veränderungen. Sie lässt mir freie Hand bei der Gestaltung. Als wir uns kennenlernten, hat sie orange und lila gehasst, haha. Sie war mehr in Altbauten zu Hause. Das ist auch schön, aber wenn man erst einmal Farben entdeckt, ist es sehr schwer zu stoppen. Das Geheimnis dabei ist, sich auf einen Ton zu beschränken. So sieht man sich nicht satt.

 

Sie investieren eine Menge Zeit in Ihre Panton Welt, oder?

NM: Ja, und ich habe eine Internetseite ins Leben gerufen, damit mehr Menschen Pantons Designarbeiten sehen können. Auf der einen Seite ist es eine Hommage an seine Arbeit. Auf der anderen auch eine Möglichkeit, Kontakt mit anderen zu bekommen, die wie ich Panton-Fans sind. Ich kaufe Objekte, wenn ich Angebote bekommen. Manchmal verkaufe ich Gegenstände, die nicht in mein Haus passen. Aber ich betreibe keinen Verner Panton Shop, es ist mehr ein virtuelles Museum, das sich ständig verändert. Oft gestalte ich unsere Zimmer neu, dann mache ich neue Fotos und stellen die alten in mein Verner Panton-Archiv ein. Bilder von meinen Stoffen, Lampen, Möbeln, Teppichen oder anderen Gegenständen kommen auf meine Website. Letztes Jahr habe ich eineiige Zwillinge bekommen, so dass ich mich nun um sie, meine Freundin und Verner Panton kümmere. Ein Vollzeit-Job …


Quelle: Niklas MAUPOIX.